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Die Bedeutung der systemischen Enzymtherapie in der Orthomolekularen Medizin PDF Drucken E-Mail
Seit vielen Jahrhunderten werden Enzyme in den verschiedensten Kulturkreisen eingesetzt. So dienten sie zur Herstellung von Getränken (Bier, Met) und von Nahrungsmitteln (Brot, Käse, Backwaren). Durch Aufbringen enzymhaltiger Früchte und Blätter, sowie enzymabsondernder Lebewesen, wie z.B. Maden, auf offene Wunden versuchte man die Wundreinigung und Wundheilung zu fördern. Im 19. Jahrhundert wurden die ersten Enzyme, wie z.B. Pepsin, isoliert und deren katalytische Wirkung beschrieben. Enzyme sorgen als Biokatalysatoren, daß eine chemische Reaktion in die eine oder andere Richtung auch bei niedriger Aktivierungsenergie ablaufen kann. Sie steuern dadurch den Ablauf und die Reaktionsgeschwindigkeit von Stoffwechselprozessen. Durch die Verminderung der notwendigen Aktivierungsenergie für die biochemischen Reaktionen ermöglichen sie, daß auch solche Reaktionen ablaufen können, die unter physiologischen Bedingungen nicht oder nur extrem langsam ablaufen würden.
Durch die Herabsetzung der Aktivierungsenergie können chemische Reaktionen um das 108 bis 1010fache beschleunigt werden!

Alle Enzyme sind Proteine

Sie sind relativ groß und haben eine Molekülmasse im Bereich von 10.000 bis 100.000 Dalton. Oligomer strukturierte Enzyme können sogar noch viel höhere Molekülmassen mit bis zu 1.000.000 Dalton erreichen. Viele Enzyme bestehen aus einem hochmolekularen Proteinanteil, dem Apoenzym, und einer permanent gebundenen niedermolekularen "prosthetischen Gruppe". Andere Enzyme binden in ihrer aktivierten Form eine solche niedermolekulare Gruppe in reversibler Weise; man bezeichnet diese dann als Coenzym. Coenzym und prosthetische Gruppe haben beide Nichtprotein-Charakter. Das Coenzym verbindet sich mit dem allein nicht wirksamen Apoenzym zum aktiven Enzym (Holoenzym).

Apoenzym + Coenzym = Holoenzym

Coenzyme besitzen ein relativ geringes Molekulargewicht von 102 bis 103 Dalton und sind im Gegensatz zu Proteinen relativ hitzebeständig. Eine Reihe von Vitaminen haben Coenzym-Eigenschaften, wie z.B. Vitamin B1, B2, B6, B12, Biotin und Folsäure. Manche Enzyme benötigen zusätzlich für ihre Wirkung weitere niedermolekulare Substanzen, wie z.B. Metallionen (Magnesium, Zink, Selen u.a.)

Entsprechend ihrer Funktion kommen Enzyme im Organismus intrazellulär (membrangebunden oder im Zytoplasma der Zellen gelöst) vor oder aber sie befinden sich in Körperflüssigkeit (Interzellulärraum).

Die Steuerung des gesamten Stoffwechsels basiert im Wesentlichen auf die Aktivierung, Hemmung und Steuerung durch Enzyme.

Mittlerweile sind ca. 3000 verschiedene Enzyme identifiziert und bekannt und in verschiedenen Klassen eingeordnet:

1. Oxidoreduktasen

2. Transferasen

3. Hydrolasen

4. Lyasen

5. Isomerasen

6. Ligasen

Die Mehrzahl der therapeutisch genutzten Enzyme gehören zur Gruppe der Hydrolasen, die sich im Interzellulärraum befinden. Die intrazellulär wirkenden sogenannten Zellenzyme können derzeit noch nicht therapeutisch genutzt werden.

Die Hydrolasen selbst unterteilt man in

  • Proteasen, d.h. Spaltungen von Eiweißen,
  • Amylasen, d.h. Spaltung von Zucker und
  • Lipasen, d.h. Spaltung von Fetten.

Die proteolytischen Enzyme sind chemisch dadurch gekennzeichnet, daß sie Eiweißmoleküle bzw. Aminosäureketten unter Anlagerung von Wasser an einer genau definierten Stelle zwischen zwei bestimmten Aminosäuren spalten (Wirkspezifität). Dabei muß sich die Aminosäurekette mit den entsprechenden Aminosäuren an das aktive Zentrum der Protease nach dem Schlüssel-Schloß-Prinzip anlagern können. Diese Substratspezifität wird durch die räumliche Struktur der Protease selbst und des Substrats bestimmt.

Je nach dem Angriffsort des Enzyms am Eiweißmolekül unterscheidet man:

  • die im Zentrum angreifenden Endopeptidasen = Proteinasen
  • die in der Peripherie angreifenden Exopeptidasen = Proteasen.

Neben den spezifischen Aufgaben der Hydrolasen innerhalb verschiedener physiologischer Funktionssysteme im Organismus (z.B. Gerinnung und Fibrinolyse, Komplementsystem, Immunsystem), nehmen sie noch weitere oft vielfältige Funktionen im Körper wahr.

Systemische Enzymtherapie

Unter systemischer Enzymtherapie verstehen wir die Verabreichung von oralen Gaben systemisch wirkender Enzymen, die normalerweise im Körper selbst gebildet werden oder durch die Nahrung (bzw. Medikament) aufgenommen und intestinal resorbiert werden. Nach der Definition von Linus Pauling gehört somit die systemische Enzymtherapie zur orthomolekularen Medizin, auch wenn sie von ihr derzeit noch nicht so beachtet wird, wie sie es eigentlich verdient hätte.

Die systemische Enzymtherapie hat nichts mit der Behandlung von intestinalen Enzymmangelzuständen zu tun.

Die Substitution von Enzymmängel im Magen-Darm-Trakt sind Bestandteil der Kassenmedizin und damit therapiepflichtig im Sinne einer Substitutionsbehandlung, während die systemische Enzymtherapie noch keine volle Anerkennung im Rahmen der Kassenmedizin besitzt. Die systemische Enzymtherapie verfolgt auch völlig andere Behandlungsziele als die kassengültige intestinale Substitutionsbehandlung.

Schon in der frühen Phase der Enzymtherapie wurden hauptsächlich die aus Ananas und Papaya gewonnenen pflanzlichen Enzyme Bromelain und Papain verwendet.

Sie haben auch heute noch eine große Bedeutung und sind biochemisch betrachtet Cysteinendopeptidasen. Daneben verwendet man heute auch tierische Enzyme aus dem Pankreas, wie Pankreatin, Trypsin, Chymotrypsin, Amylase und Lipase.

Der große Durchbruch der Enzymtherapie, mit dem diese wenigstens teilweise die Anerkennung in der Kassenmedizin erhielt, bestand in der Anwendung von Streptokinase zur Thrombolyse. Streptokinase wird nun seit über 40 Jahren bei Thrombosen, Embolien und Herzinfarkten eingesetzt.

Der Einsatz der systemischen Enzymtherapie umfaßt heute neben der Lysetherapie auch die Behandlung von Entzündungen, Autoimmunerkrankungen, Kollagenosen, immunkomplexassoziierte Erkrankungen, Virusinfektionen, Ödemen, Hämatomen und Zysten. Daneben gewinnt sie mehr und mehr Bedeutung in der adjuvanten Krebstherapie.

Alle therapeutisch verwendeten Enzyme zur systemischen Enzymtherapie, also sowohl die pflanzlichen, wie auch die tierischen, sind Proteasen, genauer gesagt Hydrolasen. Ihre Wirkung besteht darin, Proteine und Peptide unter Einlagerung von Wasser aufzuspalten, s.o.; nicht ganz korrekt werden die Begriffe Proteasen und Hydrolasen oft synonym gebraucht.

Beeindruckend ist, daß die Enzymtherapie sehr vielfältig eingesetzt wird. Ihre Indikationsbereiche reichen von der Gynäkologie und Geburtshilfe über die Angiologie, Traumatologie, Dermatologie, Onkologie, Virulogie bis zur Immunologie. Diese große Anzahl von Indikationsbereiche mit ein und der selben Therapie, läßt oft die Frage aufkommen, ob es sich hierbei um ein "Wundermittel" handeln würde.

In der klassischen Medizin wird daher die systemische Enzymtherapie oft ironisch als "Anti-Alles-Mittel" abgewertet, mit der Begründung, daß etwas, was angeblich gegen alles wirkt, wahrscheinlich überhaupt nicht wirkt.

So wurde auch jahrelang die Resorption von Enzymen als hochmolekulare Proteine aus dem Darmtrakt des erwachsenen Menschen bestritten, und es bedurfte vieler Untersuchungen um Gegenteiliges zu beweisen.

Doch auch ohne diese Untersuchungen dürfte schon das Beispiel mit dem Botulinustoxin die Auffassung widerlegen, daß Makromoleküle nicht resorbiert werden könnten. Das vom Clostridium botulinum gebildete Botulinustoxin ist eine neurotoxische Protease. Dieses Toxin ist somit ein Enzym und zwar ein sehr großes, mit einem Molekulargewicht von bis zu 1 Million Dalton. Trotz der Größe bezweifelt kein vernünftiger Mensch die Resorption dieses Makromoleküls, denn wir wissen, daß seine letale Dosis per os bereits bei einem hundertstel Milligramm liegt.

Der Nachweis der Resorptionsrate von Enzymen durch die Dünndarmwand schwankt stark verfahrensspezifisch und enzymspezifisch.

Bei immunologischen Nachweisverfahren liegt die Resorptionsquote meist unter 1%, während bei Radioisotopen-markierten Untersuchungsverfahren 30 bis 40% gemessen werden können. Diese starken Schwankungen hängen u.a. damit zusammen, daß die resorbierten Proteinasen mit den Serumantiproteinasen interagieren.

Die Resorption von Makromolekülen ist auf jeden Fall eine aktive Stoffwechselleistung der Dünndarmzellen.

Die Kapazität dieses Transportsystems ist begrenzt und individuell sehr verschieden. Selbst bei einem Individuum treten, abhängig von verschiedenen Einflußfaktoren, wie z.B. in Abhängigkeit von einer Mahlzeit, starke Unterschiede in der Resorptionsfähigkeit auf. Dies ist mit einer der wichtigsten Gründe, warum z.B. Insulin als Makromolekül oral appliziert bisher nicht zur klinischen Anwendung kam, da die Schwankungen der Resorptionsraten außerhalb der therapeutischen Breite des Insulins liegen.

In der praktischen Anwendung sollten Enzymtherapeutika bei allen Indikationen eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten oder aber ein bis eineinhalb Stunden nach den Mahlzeiten, nüchtern mit relativ viel Flüssigkeit eingenommen werden.

Eine Überdosierung von Enzympräparaten mit systemischer Auswirkung ist aufgrund der dargestellten aktiven Resorptionswege in der Praxis nicht möglich. Zu viel eingenommene Wirkstoffe werden mit dem Stuhl ausgeschieden und bedingen einen stark aminartigen Geruch, vor allem bei Anwendung von pflanzlichen Enzymen.

Die vielfältigen Wirkungen der systemischen Enzyme für das Immunsystem

Systemische Enzyme wirken in vielfacher Weise:

  1. Entzündungshemmend, abschwellend und schmerzstillend
  2. Durch Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes
  3. Auf das Immunsystem (die systemisch wichtigste Bedeutung)
  4. Auf die Arteriosklerose
  5. Auf Senkung der Blutfettwerte
  6. Zur Wirkungsverstärkung verschiedener Medikamente

Zu 1. (Entzündungshemmend, abschwellend und schmerzstillend)

Systemische Enzyme unterstützen die körpereigene Abwehr- und Reparaturmechanismen und beschleunigen den physiologischen Entzündungsablauf. Sie verhindern, bzw. mindern überschießende entzündliche Reaktionen. Sie unterdrücken nicht die notwendige Entzündungsreaktion, sondern unterstützen synergistisch den physiologischen Entzündungs- und Regenerationsablauf, in dem sie die Zelltrümmer und die vorhandenen nekrotischen Bestandteile, sowie die in der Wundumgebung angehäuften Plasmaproteine und das gebildete Fibrin abbauen. Sie stimulieren die Phagozytose und beschleunigen den Abtransport über das Blut und über das Lymphsystem. Durch eine rasche Wiederherstellung der gestörten Mikrozirkulation wird eine adäquate Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen gewährleistet.

Im Gegensatz zu den chemischen Entzündungshemmern wirken somit die Enzympräparate physiologisch und entfalten keine negativen Effekte auf das Immunsystem.

Durch diese antiaödematöse, wie auch antiinflamatorische Wirkung, ergibt sich der sekundäre analgetische Effekt. Diese positive, antientzündliche und abschwellende wie auch schmerzlindernde Maßnahme, wird sowohl in der Traumatologie, in der Sportmedizin, in der Phlebologie wie auch in der Rheumatologie häufig genutzt.

Die systemischen Enzyme regulieren ferner die Akut-Phase-Proteine (z.B. CRP), die Entzündungsmediatoren, die Zytokine und die Adhäsionsrezeptoren; siehe unten.

Sie verbessern das Immunkomplex-Clearing und senken die Gefahr für überschießende Reaktionen.

Der beschleunigte Abbau physiologischer Stoffwechselverhältnisse trägt zu einer Verbesserung der Immunabwehr und zur schnelleren Regeneration des geschädigten Organs bei. Gleichzeitig wird dem Risiko der Chronifizierung einer rezidivierenden Erkrankung vorgebeugt. Vincence et. al. dokumentierten in einer randomisierten placebokontrollierten Studien bei kieferchirurgischen Eingriffen, daß die systemischen Enzyme CRP und BSG im Vergleich zum Placebo deutlich senken.

Zu 2. (Verbesserung der Blutrheologie)

Die Blutviskosität hängt einerseits von der Zahl der korpuskulären Bestandteile und deren Fließeigenschaften, andererseits von der Viskosität des Plasmas selbst ab. Eine der wichtigsten Komponenten für die Fließeigenschaften des Plasmas ist dessen Gehalt an Fibrinogen. Fibrinogenabbau trägt maßgeblich zur Verbesserung der Makro- und Mikrozirkulation im Organismus bei.

Tierexperimentell wurde in mehreren Untersuchungen die Wirkung der systemischen Enzyme auf die fibrinolytische Aktivität, bzw. auf die Minderung der Fibrinbildung nachgewiesen.

Andere Untersuchungen belegen auch, vor allem für Bromelain, eine Senkung der Thromboxankonzentration und eine Blockade der Thrombozytenaggregation.

Ferner haben systemische Enzyme direkt einen Einfluß auf die sogenannten Adhäsionsmoleküle, die für eine erhöhte "Blutklebrigkeit" bei chronischen und vor allem malignen Erkrankungen, eine wesentliche Rolle spielen. Außerdem konnte man in verschiedenen Untersuchungen nachweisen, daß die Enzyme die Verformbarkeit der roten Blutkörperchen deutlich verbessern.

Zu 3. (Wirkung auf die Immunregulation)

Systemische Enzyme greifen in vielfacher Weise in die Immunregulation ein.

3.1. Stimulation des mononukleären, phagozytären Systems (MPS)

Das MPS, auch als MMS (Monozyten-Makrophagen-System) bezeichnet, gehört zum unspezifischen zellulären Abwehrsystem. Zum MPS zählen unter anderem die Monozyten (Lokalisation im Knochenmark und Blut), die mobilen Makrophagen (Lokalisation im Blut) und die ortsständigen (sessilen) Makrophagen. Letztere haben feste Organbeziehungen, z.B. zur Leber (als Kupffersche Sternzelle), zur Lunge (als Alveolarmakrophagen), zu Lymphknoten oder Knochenmark (als Uferzellen oder Sinusoidzellen), zum Bindegewebe (als Histiozyten) oder zum ZNS (vermutlich als Mikroglia).

Antiproteinasen, wie z.B. a -1-Antitrypsin und das a-2-Makroglobin, wirken in hoher Konzentration immunsupprimierend, vor allem auf die Zellen des Mononukledr-Phago-zytären-Systems (MPS). Dies betrifft sowohl die Prägung dieser Zellen, ihre tumorzellzerstörende Wirkung, wie auch die Vermehrung der Immunoblasten. Systemische Enzyme senken ihrerseits erhöhte Antiproteinasetiter und reduzieren damit den Hemmeffekt dieser Antiproteinasen auf das Immunsystem.

3.2. Induktion von Tumornekrosefaktor

Systemische Enzyme können nachweislich die Bildung des Tumornekrosefaktors (TNF-a) dosisabhdngig erhöhen. Die Zunahme der TNF-Produktion wurde schon nach 2-4 Stunden gefunden und erreichte nach Papain nach 6 Stunden und nach Bromelain nach 12 Stunden Maximalwerte.

3.3. Induktion von Interleukinen

Sowohl Interleukin-1-ß (Il-1-ß) wie auch Interleukin-6 (Il-6) kfnnen bereits einige Stunden nach Verabreichung von systemischen Enzymen nachweislich in höheren Konzentrationen gefunden werden.

3.4. Aktivierung von Makrophagen und

Natürlichen Killerzellen (NKZ)

Killerzellen sind zytotoxisch aktivierte Lymphozyten. Nach Leskovar können laborexperimentell die natürlichen Killerzellen innerhalb weniger Minuten nach Einsetzen von systemischen Enzymen in ihrer Aktivität um bis zu 1300% gesteigert werden! Die Steigerung der Aktivität von Makrophagen lag bereits nach 10 Minuten bei 700%.

3.5. Pathogene Immunkomplexe

Physiologischer Weise helfen die Immunkomplexe zum Erkennen und Eliminieren antigener Strukturen, wie Bakterien, Viren, Toxinen und zerfallene Zellbestandteile. Immunkomplexe entstehen, wenn Antikörper und antigene Strukturen zu einem Komplex gebunden werden. Erst diese Antigen-Antikörperkomplexe stimulieren die Makrophagen und Monozyten und regen so die Phagozytose an.

Bei Autoimmunerkrankungen bilden sich oft große Mengen schwer eliminierbare Immunkomplexe, die als pathogene zirkulierende Antigen-Antikörperkomplexe an Gewebszellen gebunden werden. Hier verursachen sie durch eine Aktivierung des Komplementsystems weitere Gewebszerstörungen und Lähmung des Abwehrsystems.

Normalerweise stimulieren anfallende Immunkomplexe die Makrophagen; wohingegen hohe Immunkomplextiter die Aktivität der Makrophagen völlig blockieren. Die Phagozytose der Immunkomplexe unterbleibt dadurch, d.h. sie verbleiben im Körper und besetzen zunehmend spezifische Rezeptoren, wodurch lokal das Komplementsystem weiter aktiviert wird. Dies führt zur weiteren Gewebsläsion und anhaltender Entzündung. Die daraus resultierenden Abbauprodukte und Toxine verursachen ihrerseits wiederum weitere Neubildung von Immunkomplexen, d.h. wir haben es nun mit einem Circulus vitiosus zu tun.

Diese pathogenetischen Faktoren spielen bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen eine Rolle, wie z.B. bei der rheumatoiden Arthritis, bei der Hashimoto-Thyreoiditis, beim Pemphigus, bei der primär biliären Leberzirrhose, beim Lupus erythematodes, beim Morbus Crohn oder bei der Poststreptokokken-Glomerulonephritis.

Wie tierexperimentell bereits nachgewiesen, können systemische Enzyme diese im Gewebe abgelagerten Immunkomplexe mobilisieren und eliminieren oder führen sie dem MPS in phagozytierbarer Form zu. Sie vermindern die chronischen Entzündungszeichen und die komplementbedingte Zellzerstörung bleibt aus. Ferner werden durch die systemischen Enzyme die Neubildung von weiteren Immunkomplexen verhindert.

3.6. Down-Regulation von Adhäsionsmolekülen

Die Adhäsionsmoleküle gehören, wie auch die Zytokinrezeptoren, zu den Zelloberflächenmolekülen. Was sind das? Jede Zelle hat auf ihrer Zellmembran verschiedene Oberflächenstrukturen. Mittlerweile wurden mehrere hundert verschiedene Oberflächenstrukturen entdeckt. Diese Oberflächenmoleküle werden im allgemeinen mit der CD-Nomenklatur (cluster of differentiation) erfaßt. Von vielen Membranmolekülen kennt man mittlerweile die Struktur und teilweise ihre Funktion und ihre natürlichen Liganden. Die Liganden werden nach dem Schlüssel-Schloß-Prinzip gebunden, wobei es sich bei ihnen ganz allgemein um Botenstoffe, um Adhäsionsmoleküle anderer Zellen oder um Matrixproteine (d.h. Strukturproteine wie Kollagen oder Fibrin) handelt. Die Bindung eines Liganden ist im allgemeinen mit einer Signalübermittlung in die Zelle verbunden.

Jeder Zelltyp verfügt über eine charakteristische Grundausstattung von verschiedenen Adhäsionsmolekülen auf seiner Zelloberfläche, die als Rezeptoren dienen. Auf einen bestimmten Reiz hin (Zell zu Zell-Kontakt oder Zytokine oder Toxine oder thermische und mechanische Reize), können die Zellen die Anzahl ihrer Adhäsionsmoleküle (=Rezeptoren) erhöhen oder noch weitere Typen von Adhäsionsmolekülen bilden, bzw. ausfahren. Diese als Rezeptoren dienenden Adhäsionsmoleküle befinden sich entweder schon vorgefertigt unterhalb der Zellmembran oder müssen erst neu gebildet werden, was dann mehr Zeit in Anspruch nimmt. Je nach Rezeptortyp vergehen Minuten bis entsprechende Adhäsionsmoleküle gebildet und/oder ausgefahren werden. Nach ca. zwei bis sechs Stunden erreicht dann die Rezeptordichte ein Maximum. Innerhalb von 24 Stunden geht die Anzahl der Rezeptormoleküle wieder auf Normalwerte zurück.

Heute ordnet man die Adhäsionsmoleküle in vier Übergruppen, auch Protein-Superfamilie genannt, ein:

  • die Selektine,
  • die Immungobuline,
  • die Integrine und
  • die Cartilage-Link-Proteine.

Die Mitglieder jeder Protein-Superfamilie zeichnet sich durch charakteristische Aminosäuresequenzen aus, die man in fast unveränderter Form auch bei anderen Tieren, wie auch Insekten wiederfindet. Die Adhäsionsmoleküle sind eine wichtige Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Immunreaktivität des Organismus; sie sind aber auch an den immunpathologischen Prozessen beteiligt.

Mit dem Begriff Immunhomöostase ist die Balance zwischen kontrollierter, d.h. nützlicher und unkontrollierter, d.h. krankhafter Immunreaktion vielleicht noch am besten zu beschreiben.

Bei bestimmten Infektionen, z.B. Viren, Bakterien oder bei malignen Erkrankungen, kommt es zu einer Verschiebung dieser Immunhomöostase. Normalerweise ist der Organismus im Prozeß der Genesung in der Lage, dieses homöostatische Gleichgewicht wieder herzustellen. Bei chronischen Erkrankungen jedoch, besonders bei den Autoimmunerkrankungen, kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer, vom Organismus nicht mehr zu kompensierbaren Verschiebung dieses immunologischen Gleichgewichts. Dies führt zur einer unkontrollierten Erhöhung der Rezeptorendichte von Adhäsionsmolekülen und ist gemeinsamer Bestandteil unterschiedlichster Krankheiten, wie z.B. Krebs, Rheuma, septischer Schock, multiple Sklerose, Autoimmunerkrankung.

Verschiedene in-vitro- wie in-vivo-Untersuchungen belegen nun, daß die systemischen Enzyme in der Lage sind, diese übersteigerten entzündungsrelevanten oder auch metastasierungsrelevanten Adhäsionsmoleküle wieder herunter zu regulieren (Down-Regulation).

Vor allem die CD 44-Rezeptoren (Hermes-Antigene) werden diesbezüglich stark von Bromelain und Papain down reguliert. Damit verdrängen sie die Abwehrreaktion wieder in Richtung der physiologischen Homöostase, d.h. sie normalisieren so die Immunabwehr.

3.7. Zytokine

Die Zellen, vor allem die Immunzellen, sezernieren zahlreiche lösliche und zum Teil hochspezifische Botenstoffe, die in vielfacher Weise die Entwicklung, Differenzierung, Proliferation, Lebensfähigkeit und Aktivität steuern. Im Gegensatz zu den Hormonen handelt es sich bei den Zytokinen (wie z.B. Tumor-Nekrose-Faktor, Interferon, Interleukine, Lymphotoxine), um lokale "Kurzdistanzsignale". Sie werden jeweils nur für einen bestimmten Zweck und zu einem bestimmten Zeitpunkt freigesetzt und sind lokal beschränkt. Zum besseren Verstehen, kann man die Zytokine in immunstimulierende Zytokine (Interleukin-1-ß, Interleukin-2, Tumornekrosefaktor) und immunsupprimierende Zytokine (Interleukin -4, Interleukin-10) einteilen.

Ein Mangel an immunstimulierender Zytokinen behindert z.B. die Abwehr von Krebszellen und Infektionen, bei einem Mangel an immunsupprimierenden Zytokinen fehlt die lokale Gegenregulation und die Immunregulation wird nicht gebremst. Die Zytokine befinden sich in einem fein regulierten Gleichgewicht zwischen immunsupprimierenden und immunstimulierenden Zytokine.

Abhängig vom Funktionszustand des Immunsystems können die systemischen Enzyme Zytokine induzieren oder eliminieren.

So kann man nach Enzymgabe eine vermehrte Bildung von TNF-a, Il-1-ß und Il-6 nachweisen. Schon zwei bis vier Stunden nach Gabe, nimmt die TNF-Produktion zu und erreicht bei Papain nach sechs und bei Bromelain nach zwflf Stunden Maximalwerte. Über die Interleukinsteuerung aktivieren z.B. die Enzyme Bromelain, Papain und Trypsin die Makrophagen- und die Monozytenaktivität.

Zu 4. (Wirkung auf Arteriosklerose)

Die bei der Entstehung der Arteriosklerose verantwortlichen Pathomechanismen können, wie in einem standardisierten in-vivo-Modell demonstriert wurde, durch kontinuierliche Gaben von systemischen Enzymen signifikant gebessert werden. Rokitansky konnte bei 161 Patienten mit einer arteriellen Verschlußkrankheit (AVK) und einer dadurch bedingten Claudicatio intermittens im Stadium 2 allein durch die kombinierte Anwendung von systemischen Enzymen mit Ozonbehandlung in 79% eine Beschwerdefreiheit erreichen.

Bei 172 Patienten im Stadium 4 konnte er mit der gleichen Kombinationstherapie bei 54% der Patienten eine Abheilung der trophischen Läsionen erreichen, wodurch bei notwendigen chirurgischen Eingriffen das Operationsgebiet verkleinert wurden.

Zu 5. (Wirkung auf die Blutfette)

Doppelblinduntersuchungen von Patrizi und Klein kamen zu dem Ergebnis, daß bei Patienten mit erhöhten Cholesterin-Triglycerid-Spiegel nach mehrwöchiger Einnahme systemischer Enzyme der Cholesterinwert wie auch der Triglyceridwert um bis zu 25% gesenkt werden konnten, während andererseits das HDL erhöht wurde. Diese Fähigkeit wirkt sich synergistisch auf die Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes im Rahmen einer arteriellen Verschlußkrankheiten aus.

Zu 6. (Wirkungsverstärkung auf ver schiedene Medikamente)

Durch oral verabreichte Enzyme wird die Resorption und Wirkung anderer gleichzeitig verabreichter Medikamente, wie Antibiotika und Chemotherapeutika, gesteigert. Auch subkutan oder intramuskulär applizierte Medikamente werden über die Erhöhung der Bindegewebspermeabilität in ihrer Diffusionsfähigkeit verbessert. Dadurch ist es möglich, eine höhere Serum- und Gewebskonzentration der Medikamente zu erreichen. Bei Antibiotika und Zytostatika, die mit ausgeprägten Nebenwirkungen belastet sind, ist bei der gleichen Dosierung mit einer effizienteren Therapie zu rechnen. Vor allem bei Erkrankungen, bei denen Antibiotika und Chemotherapeutika schlecht den Wirkort erreichen (z.B. Prostata, Gallenblase, Nasennebenhöhlen), hat sich dieser synergistische Effekt der Enzyme auf die Medikamente bewährt.

In-vitro-Untersuchungen belegen, daß die Konzentration von Chemotherapeutika in den Tumorzellen durch gleichzeitige Gabe von SE höher ist. Außerdem lassen sich die akuttoxischen Effekte der Zytostatika auf den Gesamtorganismus senken.

Therapeutisch nutzbare SE

Bei den therapeutisch nutzbaren systemischen Enzymen unterscheidet man zwischen den

  • pflanzlichen Enzymen (Bromelain und Papain) und
  • tierischen Enzymen (Chymotrypsin, Amylase, Pankreatin und Trypsin).

Sie haben unterschiedliche Wirkspezifitäten. Bromelain wirkt z.B. sehr stark gegen Ödembildung und gut auf die Immunkomplexspaltung. Ferner hat Bromelain eine Auswirkung auf die Fibrinolyse. Papain hingegen wirkt sehr stark auf die Immunkomplexspaltung und nur mäßig auf die Ödemreduktion. Trypsin und Chymotrypsin wirken vor allem stark auf die Fibrinolyse, zeigen aber keine oder nur kaum Wirkung auf die Immunkomplexspaltung. Die Auswirkung auf die Zellaktivierung ist bei allen vier Enzymen gleich stark. Ebenso haben alle vier verschiedene Enzyme eine ähnlich gute Wirksamkeit auf die Adhäsionsmolekülmodulation. Die Down-Regulation der Adhäsionsmoleküle wirkt sich auf die C1q-Bindungsreduktion am stärksten mit Papain und Trypsin aus. ICAM-1 wird am stärksten von Trypsin downreguliert und CD 44 am stärksten vom Bromelain und Papain.

Wegen der unterschiedlichen Wirkspezifitäten der einzelnen Enzyme ist es immer am sinnvollsten, nicht ein Enzym allein, sondern zumindest zwei oder gar mehrere in Kombination gleichzeitig einzunehmen. Dadurch zeigen sie oft synergistische Effekte und verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirksamkeit.

Indikationsbereiche für SE

Wegen der großen Vielfalt der oben dargestellten verschiedenen Wirkmechanismen von systemischen Enzymen ist es auch nicht verwunderlich, daß das Indikationsspektrum sehr breit gestreut ist. So sind systemische Enzyme für folgende Bereiche indiziert:

  • In der Rheumatologie (chronische Polyarthritis, M. Bechterew, aktivierte Arthrose)
  • In der Neurologie (Multiple Sklerose)
  • In der Phlebologie (postthrombotisches Syndrom, akute Thrombophlebitis, Ulcus cruris)
  • In der Gynäkologie (Lymphödembehandlung, fibrozystische Mastopathie, Adnexitis, Endometriose, Adhäsionsprophylaxe, habituelle Aborte)
  • In der Infektiologie (Lyme-Arthritis, Herpes zoster)
  • In der Onkologie (bei den unterschiedlichsten Carzinomen, auch beim multiplen Myelom)
  • In der Urologie (chronisch abakterielle Prostatitis, Prostatodynie, chronisch rezidivierende Harnwegsinfekte)
  • Im HNO-Bereich (Sinusitis, Otitis)
  • In der Traumatologie und Sportmedizin (Hämatom, Arthritis, Distorsion, Lumbalsyndrom, Zervicalsyndrom)
  • In der Zahn- und Kieferchirurgie (Zahnextraktion, Mukositis)
  • In der Gefäßchirurgie (perioperativ bei Bypass-Operationen und bei der AVK)
  • In der Inneren Medizin (Colitis ulcerosa, M. Crohn, Pankreatitis und HIV-Infektionen)
  • In der Orthomolekularen Medizin (für Prävention und Therapie)
  • In der Geriatrie (s.u.)

Für all diese verschiedenen Indikationsbereiche liegen Studien und klinische Erfahrungen vor.

Trotz überzeugender Resultate, auch in doppelblind-placebokontrollierten und randomisierten Studien, findet die systemische Enzymtherapie noch immer nicht die Anerkennung in der Schulmedizin, die sie eigentlich verdient hätte.

Orthomolekulare Medizin und SE

Den systemischen Enzymen sollte man auch unter orthomolekularen Gesichtspunkten wesentlich mehr Beachtung schenken, als dies bisher getan wird. In vielerlei Hinsicht haben nämlich die systemischen Enzymeiel Ähnlichkeiten mit den derzeit gebräuchlichsten orthomolekularen Substanzen, wie Vitamin C, Vitamin E oder auch den Omega-3-Fettsäuren.

Im Gegensatz zur klassischen Schulmedizin, bei der eine Vitaminsubstitution überwiegend zur Verhinderung von Vitaminmangelzuständen vorgenommen wird, setzt die Orthomolekulare Medizin, aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse in den letzten Jahren, eine dauerhafte Supplementierung von Vitaminen und Spurenelementen in hohen Dosen bereits zur Infekt- und Krebs-prophylaxe, im Leistungssport, bei habituellen Aborten, bei Rheuma, MS und akuten Entzündungen, zur Verhütung von Alterskrankheiten (wie AVK, KHK oder grauer Star), sowie zur Minderung von Alterungsprozessen ein.

Wegen seiner Wirksamkeit im biomolekularen Bereich, finden wir ein ähnlich breites Indikationsspektrum auch für die systemischen Enzyme. Interessanterweise können im Rahmen bioenergetischer Testungen, fast genauso häufig Mangelzustände von systemischen Enzymen bei Patienten gefunden werden, wie von Vitaminen oder Spurenelementen. Die Auswertung einer Studie mit 1019 Patienten, die vom Zentrum für Bioenergetische Testung und der Akademie für Bioenergetik durchgeführt wurde, ergab einen globalen Vitaminmangel von 89%, einen globalen Spurenelementmangel von 95% und einen globalen Enzymmangel von 81%! Eine Immunschwäche konnte bioenergetisch in 92% gefunden werden.

Wenn durch dauerhafte Substitution von hohen Gaben an vor allem antioxidativwirkenden Vitaminen und Spurenelementen nachweislich diesen Alterungsprozessen sowie den Morbiditäts- und Mortalitätsraten entgegen gewirkt werden kann, warum versucht man dies bisher nicht oder zu selten auch mit entsprechender Enzymsubstitution zu erreichen? Hierbei würden sich Präparate wie Orthoenzym®, Wobezym®, Enzym-Wied® und Mulsal N® eignen.

Idealerweise wäre natürlich eine dauerhafte Supplementierung sowohl von Vitaminen und Spurenelementen, wie auch von systemischen Enzymen, zumal mit synergistischen Effekten zwischen den einzelnen Gruppen zu rechnen wäre. Für eine solche präventive wie auch therapeutische Supplementierung dürften sich die erst seit kurzem auf den deutschen Markt befindlichen Präparate Sanoenzym® und Orthoenzym® besonders gut eignen.

SE in der Geriatrie

Altern ist keine Krankheit sondern ein physiologischer Vorgang, bei dem verschiedene Veränderungen, - wie z.B. Abnahme des Wassergehalts in den Zellen, Abnahme der Fortpflanzungsfähigkeit, Vermehrung des unelastischen Stützgewebes, Verlangsamung von Zellersatz, Atrophie usw.- vorzufinden sind.

Die unterschiedlichen Veränderungsprozesse sind sowohl in der Zelle, in den Geweben, wie auch in den Organen anzutreffen.

Gleichzeitig findet man im zunehmendem Alter eine Abnahme der Enzyme, wobei noch geklärt werden müßte, ob die Enzymabnahme primär eine Ursache des Alterns ist oder aber eine Wirkung. So kann z.B. für das Pankreasenzym Trypsin nachgewiesen werden, daß sich dessen Produktion ab dem 40. Lebensjahr deutlich vermindert. Hinzu kommt, daß durch die Zunahme der Umweltgifte, vor allem der Schwermetalle (wie Blei, Cadmium und Quecksilber) und der vielfältigen Streßsituationen die Aktivität der Enzyme weiter reduziert wird.

Laut Statistik nimmt im Alter die Anzahl der multimorbiden Menschen zu.

Während die durchschnittliche Anzahl der Diagnosen bei unter 65jährigen bei 2,2 liegt, beträgt sie für über 65jährige schon 3,4. Ursachen für die Multimorbidität sind die Addition der im bisherigen Leben vorkommenden Krankheiten zu den altersspezifischen Leiden, die Anhäufung chronischer Krankheiten, die zwar behandelt aber nicht geheilt werden können und die erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten und Funktionsstörungen in Folge des Alterns. Durch das breite Wirkspektrum der Enzympräparate, vor allem auch auf altersbedingte Erkrankungen, – wie z.B. AVK, senile Makuladegeneration, grauer Star, KHK, Altershautpigmentierung und Alterhautatrophie, Osteoporose, Tendinosen, Arthrosen – könnten unter Umständen mehrere Medikamente für unterschiedliche Krankheiten durch ein Enzympräparat ersetzt werden.

Auch in Hinblick auf den häufigen Analgetikaabusus älterer Patienten wegen der oft bestehenden Schmerzen unterschiedlichster Erkrankungen, wäre der Einsatz von Enzymen eine sinnvolle therapeutische Alternative, zumal diese keine oder kaum Nebenwirkungen haben.

Wie oben bereits dargelegt, greifen systemische Enzyme regulierend auf die Gerinnungsbereitschaft des Blutes ein, stärken das Immunsystem und beschleunigen Heilungsprozesse.

Stellen Sie sich eine siebzigjährige Patientin mit chronisch rezidivierender Bronchitis, einer KHK, lumboischialgieformen Beschwerden und einem Ulcus cruris vor. Zur Behandlung dieser unterschiedlichen Leiden könnten auch SE und Antioxidantien eingesetzt werden und man würde dadurch eine Mehrzahl von allopathischen Medikamenten mit ihren bekannten Nebenwirkungen einsparen.

Primäres Ziel der Behandlung von chronischen Krankheiten im Senium ist nur noch selten eine Heilung anzustreben. Dies ist bei vielen Beschwerden oft nicht mehr möglich. Das häufigste Ziel im geriatrischen Bereich ist, eine Verbesserung des klinischen Zustands und der Lebensqualität der Patienten zu erreichen, nach dem Motto: Nicht nur dem Leben Jahre geben, sondern den Jahren Leben.

Im Rahmen der Alterungsbewältigung als therapeutische Aufgabe kann die SE in absehbarer Zeit eine bedeutende Rolle zum Wohle unserer Patienten einnehmen. Vorteile der SE auch für ältere Menschen sind, daß so gut wie keine Kontraindikationen vorliegen und lästige Nebenwirkungen, wie wir sie von der allopathischen Medizin kennen, nicht bekannt sind. Auch hemmende Interaktionen mit anderen Präparaten oder Medikamenten sind nur selten zu befürchten. Die häufig gestellte Frage, ob man mit Enzymen älter werden kann, müßte derzeit dahingegen beantwortet werden, daß man zwar wahrscheinlich nicht älter, aber mit Sicherheit gesünder alt wird.

Dr. Klaus-Dieter Koloczek

Systemische Enzymtherapie

1. In der allgemeinen Prophylaxe und bei bioenergetisch nachgewiesenem Enzymmangel:

2 x 1 Drg. Orthoenzym oder

3 x 2 Tbl. Wobenzym oder

3 x 2 Drg. Enzym-Wied oder

3 x 2 Drg. Mulsal N

2. Zur Krebsprophylaxe und bei entzündlichen Gelenksprozessen:

2 x 1 Drg. Orthoenzym + 2 x 1 Phlogenzym oder

3 x 3 Tbl. Wobenzym oder

3 x 3 Drg. Enzym-Wied oder

3 x 3 Drg. Mulsal N

3. Während der Chemotherapie, bei Sportverletzungen und nach Operationen:

3 x 2 Drg. Orthoenzym + 3 x 2 Phlogenzym oder

3 x 10 Tbl. Wobenzym oder

3 x 10 Drg. Enzym-Wied oder

3 x 10 Drg. Mulsal N

 
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